TSV 1865

Gemischte Gefühle beim TSV

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Der Unterschied zur Wunschvorstellung und dem aktuellen Stand war auf dem ersten Blick ernüchternd, Vorstandschef Wolfgang Moll und OB Florian Hartmann (Foto) sahen beim Mitgliedertreffen jedoch optimistisch in die Zukunft.

Dachau - TSV-Vorstand Wolfgang Moll erklärte bei einem Mitgliedertreffen die Bedeutung der Stadtratsentscheidungen

Der TSV 1865 hatte einen Traum, hat diese Vision auf ein Plakat gebannt. Es war nahezu perfekt: Kleinfußballfelder, Fußballfeld mit Tribüne, Gaststätte, Kunstrasenspielfeld, genug Parkplätze und viel mehr auf 144.000 Quadratmeter an der östlichen Theodor-Heuß-Straße. Es war der Plan der Vereinsaussiedlung. Klar, dass sich langjährige Mitglieder verschaukelt vorkamen, als beim jüngsten Mitgliedertreffen auf dem Plakat gezeigt wurde, wie viel von der Fläche nun tatsächlich vom TSV bebaut werden kann - nämlich nur 31.000 qm. „Das ist wohl ein Witz?“ kam es aus einer Ecke der fast vollbesetzten Vereinsgaststätte. Oberbürgermeister Florian Hartmann erklärte, dass die restlichen acht Grundstückseigentümer nicht nach den Vorstellungen der Stadt verkaufen wollen. Sie setzen Bedingungen voraus, „auf die sich der Stadtrat nicht einlassen kann“, sagte er. Ein Mitglied der Bogenschützen sagte mit Blick auf den Plan: „Wenn ich das richtig sehe, bleiben wegen der Parkplätze von den 31.000 qm noch 20.000 für sportliche Nutzung.“ Da hatte er nicht Unrecht. Vereinsvorstand Wolfgang Moll versuchte die Gemüter zu beruhigen. Er ließ zwei Rechtecke für einen Kunstrasenplatz und ein Kleinfeld auf die weiße Fläche kleben, um klar zu machen, dass auch auf diesen wenigen Flächen etwas hinpasst. Doch er ließ sich auch dazu verleiten, weitere Flächen weiß zu markieren, sodass eine Gesamtfläche von 57.000 qm zur Verfügung stünde. „Wenn wir diese Hürde schaffen würden, wäre die Schließung eines TSV Standortes möglich.“ Der OB: „Ich kann diese Euphorie nicht teilen, momentan sieht es nicht so aus als würden diese Eigentümer nach den Vorschlägen der Stadt verkaufen.“ Er versicherte den rund 100 Mitgliedern jedoch, dass die Stadt für das gesamte Areal – nicht nur für die 31.000 Euro - im Flächennutzungsplan klar „Sportnutzung“ eintragen wird. Fußball-Abteilungsleiter Konrad Kirschberger gab sich positiv: „Ich sehe das als Erfolg.“ Jedoch hatte er Angst, dass ihnen der Ostpark weggenommen werden würde. Der OB versprach: „Natürlich haben wir als langfristiges Ziel, dass ein Standort schließen kann, aber wir werden Ihnen jetzt doch kein Platz wegnehmen, den sie dringend brauchen.“ „Das hört sich vernünftig an“, war Kirschbergers Resümee. Schließlich wehrte sich der TSV-Chef gegen Vorwürfe des Bündnis für Dachau. Die Partei kritisierte den Verein im Internet: „Gewinne für einzelne maximieren, Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen und die Schuld der Politik zuschieben, wenn sie dies nicht mit sich machen lässt (…) Die Stadt ist nicht dazu da, die Gier einzelner mit Steuergeldern zu stillen.“ Es war die Antwort auf Molls offenen Brief an den Oberbürgermeister. Moll wies die Vorwürfe von sich und erhielt starken Applaus. „Wir haben nie gegen die Stadt gearbeitet“, sagte er und betonte immer wieder, wie wichtig eine Zusammenarbeit und die „politische Zustimmung“ wäre. Jedoch gab er auch fast beiläufig zu, dass er bei den Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern „vielleicht mehr gewagt hätte“. Am Ende machte er nochmals klar: „Die Aussiedlung von der Jahnstraße wurde heute erstklassig beerdigt.“ Thilo Ederer von der Judo-Abteilung resümierte: „Ich finde es positiv, dass über den aktuellen Stand gesprochen wurde, nur für die Hallensportarten verbessert sich erstmals nichts.“ Er würde sich wünschen, dass sich die Stadt für eine neue Halle an der Jahnstraße am aktuellen Tennisplatz aussprechen würde und dementsprechend planen würde.

mik

Quelle: Dachauer Rundschau

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