Windrad

Stadtwerke erzeugen Gegenwind

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Das geplannte Windrad bei Pellheim erzeugt Gegenwind aus der Bevölkerung.Foto: Moser

Dachau - Der Stadtrat lehnte einen Antrag auf einen Bürgerentscheid wegen des geplanten und umstrittenen Windrades ab.

Im Dachauer Norden soll ab 2019 ein drittes 230 Meter hohes Windrad im Sigmertshausener Holz bei Pellheim errichtet werden. Die so gewonnenen 3300 Kilowattstunden Strom könnten mehr als 2000 Vier-Personen-Haushalte versorgen – eine Leistung, die in etwa das Dachauer Wasserkraftwerk erzeugt. Doch neben den vermeintlich wirtschaftlichen Vorteilen, sollten die Beeinträchtigungen für Anwohner nicht außeracht gelassen werden. Stadtrat Wolfgang Moll hatte einen Antrag auf einen Bürgerentscheid eingereicht, der allerdings in der letzten Stadtratssitzung mehrheitlich abgelehnt wurde. Er wies darauf hin, dass bereits Erfahrungen mit entsprechenden Windkraftanlagen im Stadtgebiet gemacht wurden. Nur die Herangehensweise sei bisher unglücklich gewählt worden. So haben die Bürger erst aus der Presse über die Pläne der Stadtwerke erfahren. Es muss geklärt werden, ob ein Windrad den betroffenen Anwohnern zugemutet werden kann. „Bürgerbegehren müssen eine Frage beinhalten, die das gesamte Stadtgebiet betreffen“, sagte Peter Gampenrieder (ÜB). Dies sei jedoch nicht gegeben. Zudem laufe derzeit ein Prüfungsprozess, ob der Bau des Windrades erfolgt. Sind alle nötigen Informationen zusammengetragen, sollen noch vor der Sommerpause entsprechende Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung angesetzt werden. Momentan ist noch unklar, ob ab 2019 Windstrom aus Dachau im städtischen Leitungsnetz fließen wird. Die Prüfungen könnten hervorbringen, dass der Bau nicht zumutbar oder machbar ist. Geprüft werden die Problematiken im Hinblick auf Naturschutz und Wirtschaftlichkeit. Oberbürgermeister Florian Hartmann betonte, dass Strom in Dachau bis 2050 zu 100 Prozent ökologisch sein soll. Dafür wolle man eigene Anlagen errichten. Hierzu sei ein drittes Windrad vonnöten. Das Grundstück für den Bau hätten sich die Stadtwerke mittels Pachtvertrag bereits gesichert, die anfallenden Baukosten von etwa 5,6 Millionen Euro seien im Wirtschaftsplan vorgesehen.

dia

Quelle: Dachauer Rundschau

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