Artothek in Dachau

Kunst für fünf Euro

+
Bibliotheksleiter Steffen Mollnow: In der Artothek stehen 400 Kunstwerke den Bürgern zur Verfügung.

Dachau - Die Gemälde, die einst Säle, Gänge und Büros des Rathauses schmückten oder das Arbeitszimmer des Oberbürgermeisters zierten, reihen sich nun in großen Holzregalen aneinander. Aussortiert und vergessen, könnte man denken. Doch so ist es nicht.

Gerade in der Artothek ist die Kunst zum Greifen nah, für jedermann. Denn der Sinn, der im Jahre 2000 gegründeten Artothek besteht darin, den Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich mit den schönen Dingen auseinanderzusetzen, ohne teure Gemälde kaufen zu müssen. Gegen eine Gebühr von nur fünf Euro können Bürger in der Artothek ein Bild ausleihen und im eigenen Wohnzimmer über dem Sofa aufhängen. Die Ausleihfrist beträgt in der Regel drei Monate, genauso wie bei Büchern besteht die Möglichkeit der Verlängerung. Man braucht lediglich einen Bibliotheksausweis, weil die Artothek zur Dachauer Bücherei gehört und im Nebengebäude auf dem „Moorbadgelände“ untergebracht ist. Rund 400 Werke Dachauer Künstler stehen dort zur Verfügung.

Stadt kauft jährlich Kunst für 30.000 Euro

„Um den Ruf der Künstlerstadt zu bewahren, aber auch um die ortsansässigen Künstler zu fördern, kauft die Stadt jährlich 25 bis 30 Werke der zeitgenössischen Dachauer Künstler“, erklärt Kulturamtsleiter Tobias Schneider. Der Etat liege bei 30.000 Euro. Was genau gekauft wird, entscheide der Oberbürgermeister nach seinem Geschmack, er habe das Ankaufsrecht. In den vergangenen 21 Jahren wurden 800 Kunstwerke für etwa 600.000 Euro angeschafft. 

Insgesamt befinden sich im Besitz der Stadt 2.300 Bilder. Mehrere Hunderte stammen aus dem 19. Jahrhundert, der Zeit der Künstlerkolonie, beispielsweise der gesamte Carl-Thiemann-Nachlass. Ein Teil der Bilder hängt in den städtischen Gebäuden, vor allem im Rathaus aus. Die wertvollsten Bilder, die nicht ausgestellt sind, werden sorgfältig im Depot der Gemäldegalerie aufbewahrt. Die übrigen landen in der Artothek.

Öffnungs-Tage für Artothek geplant

„Dort leihen diese Schulen, Verwaltungen, Kanzleien oder Arztpraxen aus“, sagt Bibliotheksleiter Steffen Mollnow. Die Privatpersonen nutzen diese Möglichkeit aber kaum. Um diesen Service den Bürgern näher zu bringen, plane die Bücherei regelmäßige Öffnungstage für die Artothek einzurichten, verkündet Schneider.

yug

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

„Eine möglichst schnelle Verbindung“
„Eine möglichst schnelle Verbindung“
Wildsau randaliert beim Zahnarztbesuch
Wildsau randaliert beim Zahnarztbesuch
Impressionen von der Eröffnung
Impressionen von der Eröffnung
Feuerwehrhaus ohne Sauna
Feuerwehrhaus ohne Sauna

Kommentare