Zur Erinnerung an Euthanasie-Opfer

Hinter jedem Flicken stehen zwei Menschen

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ArtTextil beteiligt sich an weltweitem Projekt und stellt nun das Ergebnis aus.

Dachau - Die weißen Stoffreste mit Kreuzen sind der Dachauer Beitrag zum „großen Quilt“ der aus 70.273 Stoffteilen bestehen soll.

Er soll an die Ermordung behinderter Menschen während der NS-Diktatur erinnern - zwei rote Kreuze in den Patientenakten waren stets das Todesurteil. Die Initiative zum Projekt kam vor zwei Jahren von der Amerikanerin Jeanne Hewell-Chambers. Der Verein Art Textil beschloss sich an dem Projekt zu beteiligen. Seit einem halben Jahr bestickten 150 Personen Stoffreste und gaben sie beim Verein ab. Dort wurden sie dann zu Quilts mit 136 Flicken zusammengenäht. 207 Flicken sollten es mindestens werden. Denn genau so viele Menschen mit Behinderung aus Schönbrunn mussten auf Anordnung des NS-Regimes ihr Leben lassen. Hewell-Chambers hatte vor etwa zwei Jahren eine Dokumentation über das T4 Programm der Nazis im Fernsehen gesehen, in der von der Ermordung behinderter Menschen berichtet wurde“, erzählte Uta Lenk, Deutsche Botschafterin des Projekts und Mitglied der Patchwork-Gilde, beim Vorstellungsabend des Dachauer Projekts. Durch einen Artikel von Lenk in der Gilde-Zeitung wurden die Dachauerinnen von ArtTextil auf die Idee aufmerksam. Annemarie Pattis, erste Vorsitzende setzte sich mit Lenk in Verbindung und vor gut einem halben Jahr startete das Projekt. „Hinter jedem Flicken stehen zwei Menschen. Zum einen derjenige, dem er gewidmet wurde und zum anderen derjenige, der ihn gemacht hat“, sagte Pattis zur Begrüßung. „Die Kreuze sind so verschieden und individuell, wie die Menschen, die dahinter stecken“, ergänzte Generaloberin Schwester M. Bengina Sirl.

mik

Quelle: Dachauer Rundschau

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