Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau

100 Kränze vor dem Mahnmal

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Auch die Stadt Dachau legte am internationalen Mahnmal einen Kranz nieder.

Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau durch die US-Armee am 29. April 1945.

Abba Naor ist einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen, die von der Befreiung des KZ Dachau und seiner Außenlager im April 1945 erzählen können. Er erinnerte sich: „Die Freude über die Befreiung war groß aber auch die Trauer, weil wir wussten, dass viele nicht überlebt haben“. Mit Ansprachen und Kranzniederlegungen erinnerte Dachau vor Gästen aus ganz Europa an die Befreiung des Konzentrationslages vor 73 Jahren. Politiker und Zeitzeugen mahnten vor Antisemitismus und wiesen darauf hin, dass die Andenken an die vielen Opfer des NS-Regimes gewahrt werden müssen. Zu Beginn der zentralen Gedenkveranstaltung vor dem ehemaligen Krematorium übergab Oberbürgermeister Florian Hartmann an Schüler des Josef Effner Gymnasium symbolisch weiße Rosen. Damit erinnerte er an die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Es gebe immer noch zu viele Menschen die nicht akzeptieren wollen, dass Deutschland ein vielfältiges Land ist, in dem Personen unterschiedlicher Nationalitäten gut miteinander leben könnten, sagte Hartmann und stellte klar, dass die entscheidende Frage nicht sei, was hätte ich damals getan, sondern was kann ich heute tun gegen Ausgrenzung, Unterdrückung, Hass, Rassismus Antisemitismus und Nationalismus.Ernst Grube, Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau und Holocaust-Überlebender protestierte mit deutlichen Worten gegen den Abbau von Demokratie und Freiheitsrechten. Mit Sorge erfülle ihn sowie Mitglieder der Lagergemeinschaft, dass die bayrische Staatsregierung eine Neufassung des bayerischen Polizeiaufgabengesetzes plane, um der Polizei vermehrt geheimdienstliche Kompetenzen zu übertragen. Es sei eine der wichtigsten Lehren aus dem Nationalsozialismus, Geheimdienste und Polizei zu trennen. Er forderte auf, das Grundgesetzt zu beherzigen: „Menschenrechte gelten für alle Menschen“. Die Redner, unter ihnen Gedenkstättenleiterin Gabriele Hammermann und Bayerns Kultusminister Bernd Sibler, ermahnten, aktuelle rechte Tendenzen zu bekämpfen. General Jean-Michel Thomas, Präsident des Internationalen Dachau-Komitees, sieht im radikalen Islamismus eine ernste Gefahr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, forderte die Menschen in Deutschland auf, sich im Alltag gegen Antisemitismus zu engagieren. Auf den Punkt brachten es die beiden jungen Menschen, die Freiwilligendienst in der Gedenkstätte leisten. Es wäre beeindruckend, wie viele junge Menschen ihre Erfahrungen über diesen Ort in sozialen Netzwerken teilen, und wie viele selbst dabei ein Zeichen für Offenheit und Akzeptanz setzen wollen. Es sei wichtig, dass Erinnerungen an die Opfer des NS-Regimes weitergegeben würden. Kein Bild und kein Buch könne so viel erzählen wie die Geschichten der Zeitzeugen. Die Veranstaltung in der KZ-Gedenkstätte endete mit den feierlichen Niederlegungen von etwa 100 Kränzen vor dem internationalen Mahnmal.


roc

Quelle: Dachauer Rundschau

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