Gewerbegebiet „Seeber-Gelände“

Sorge um Gewerbegebiet in Dachau-Ost

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Bauamtsleiter Michael Simon musste oft Rede und Antwort stehen, da sich viele Bürger für die Neubebauung des Seeber-Geländes interessierten.

Dachau - Zentrales Thema bei der Bürgerversammlung in Dachau-Ost war die Reaktivierung des ehemaligen Gewerbegebiets „Seeber-Gelände“

Der Adolf-Hölzel-Saal war randvoll: Gut 100 Bürger kamen zur Bürgerversammlung in Dachau-Ost. Einige wollten ihrem Ärger über die zugeparkten Straßen, zu schnelle Autofahrer in der 30-Zone oder überfüllte Müllcontainer Luft machen. Aber die Meisten waren getrieben von der Sorge um ihr Viertel: Dort ist ein neues Gewerbegebiet geplant. „Das brach liegende „Seeber-Gelände“ wird reaktiviert und soll wieder als Gewerbefläche genutzt werden“, teilte Oberbürgermeister Florian Hartmann in seinem Jahresbericht mit. Peter Heller, Vorsiztender der Ortsgruppe Bund Naturschutz mahnte: „Dachau-Ost ist eh schon massiv belastet.“ Gerhard Schlabschi, Anwohner der Anton-Schuster-Straße, unmittelbarer Nachbar des künftigen Gewerbeareals, fragte warum „seine“ Siedlung als „allgemeines Wohngebiet“ und nicht als „reines Wohngebiet“ eingestuft wurde. Es seien nur Häuser da, die zulässige Lärmbelästigung müsse demnach fünf Dezibel weniger sein, als im allgemeinen Wohngebiet. Schlabschi zeigte kein Verständnis dafür, dass jedes Gewerbegebiet und seine Folgen isoliert berücksichtigt werden. Man solle das Verkehrs- aufkommen und die Immissionen der Industrie in Summe betrachten, denn alle zusammen beinträchtigten die Infrastruktur viel mehr, als jedes Gewerbegebiet einzeln gesehen. Die Höhe der Bebauung sowie ihre Verteilung auf dem Seeber-Gelände bereite nicht nur ihm, sondern auch anderen Bürgern große Sorge. Leonhard Reif bemerkte, dass sich die Höhenentwicklung seit dem Jahr 2012 von zwölf auf 16 Meter verändert hätte. Im Industriegebiet Ost sei aktuell nur ein Gebäude 16 Meter hoch. Warum wird auf dem Seeber-Gelände höher geplant? Hartmann erklärte: „Die Grundstücke sind rar, wir versuchen möglichst viel auf der Fläche unterzubringen, um die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt zu erhöhen“. Die Verteilung der Bebauung wie hohe Bauten am Rande, niedrigere in der Mitte oder umgekehrt, sei noch offen, erläuterte Bauamtsleiter Michael Simon. „Es ist ein Tribut an die Flexibilität, dass die Flächen für Bauherren attraktiver sind“. Im Gegenzug müssten die Eigentümer ein Stück Würm renaturieren. Allerdings erst, wenn die Dreharbeiten zur Fernsehserie „Dahoam ist Dahoam“ beendet sind. Mehrere Bürger störten sich an den im Wohngebiet parkenden Lkws. Ein Anwohner bemängelte, dass die Parkplätze in der Berlinerstraße oft vom Autoliv belegt sind. Angelika Zotz ärgerte sich über „ewig lange“ Sanierungsarbeiten in der Roßwachtstraße. „Da wird die Straße aufgemacht, die E-ON-Laster reißen die Löcher auf, danach werden sie notdürftig zugeschüttet und am Ende werden wir, als Anlieger zur Kasse geben“, klagte sie.


yug

Quelle: Dachauer Rundschau

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