Bedrohung für Bienen

Kampf gegen die Varroa-Milbe

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Bienen finden keine große blühende Pflanzenvielfalt im Landkreis Dachau vor.

Dachau - Deutschlandweit sind Bienenvölker von der Varroa-Milbe bedroht. Im Dachauer Land hat man gelernt, mit der Milbe umzugehen.

Importierte Bienen brachten in den 1970er Jahren die ersten Varroa-Milben in dieRegionen. Seither müssen heimische Imker um ihre Bienenvölker bangen, denn der Parasit ernährt sich vom Blut der Bienen. Im Landkreis Dachau sieht Vorstand des Kreisimkervereins Dachau Walter Niedermeier die Probleme weniger bei der der Milbe selbst, sondern vielmehr bei den Folgeerscheinungen. Über die Wunden gelangen andere Bakterien und Viren in den Bienenorganismus, durch die die Tiere geschwächt werden und letztlich sterben. Im Dachauer Land haben Imker gelernt, mit der Milbe umzugehen. Sie nutzen unterschiedliche Methoden zur Bekämpfung. Beispielsweise setzen sie Säuren ein, um die Parasiten abzutöten. Dies geschieht nach dem letzten abschleudern des Honigs Ende Juli, Anfang August. Manche Imker versuchen die Varroa-Milbe mit einer Art „Bienensauna“ zu bekämpfen. Darin werden die Bienenstöcke erhitzt und die Milben zerstört. „Doch das ist sehr zeit- und energieaufwändig“, sagte Niedermeier. Pro Bienenvolk dauere die Behandlungszeit mindestens drei Stunden. Währenddessen sei es nötig, immer wieder nachzusehen, ob die Tiere nicht wegen Überhitzung dahinsiechen. Dieses Verfahren sei darüber hinaus mit einem hohen Stresspotential für die Tiere verbunden. Die Vermehrung der Milbe findet, laut Niedermeier, bei der Brut statt. Im Frühjahr werden junge Bienen geboren, die nur 40 Tage leben. Langlebige Bienen hingegen, kommen erst Ende des Jahres auf die Welt. Deshalb sei es wichtig, nach der Behandlung im Sommer noch regelmäßige Befallskontrollen und entsprechende Nachbehandlungen im Herbst und Winter durchzuführen. Niedermeier betonte, dass für Bienen im Landkreis keine ergiebige Pollenvielfalt vorzufinden sei. Die Brut könne deswegen nicht ausreichend ernährt werden. Eine blühende Pflanzenvielfalt gebe es von September bis November, allerdings sei dies viel zu spät. Die Bienen arbeiten sich in dieser Zeit auf, sind geschwächt und somit anfälliger für den Milbenbefall. Niedermeier empfiehlt intelligente Blumenkästen. Damit könne die Bevölkerung Bienen unterstützen. Verschiedene Kräuter und Blumen auf Balkonen und in Gärten sorgen für eine benötigte Pollenvielfalt. Trotz Krankheitsbefall der Bienen sei in den letzten Jahren im Kreis Dachau ein Anstieg der Bienenvölker zu verzeichnen. Es gebe rund 100 Imker mehr als vor zehn Jahren mit rund 1.900 gemeldeten Bienenvölkern. Niedermeier äußerte sich zuversichtlich: „Wir sind auf einem guten Weg, den dringend benötigten Bienenbestand im Landkreis auszubauen.

dia

Quelle: Dachauer Rundschau

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