Atomkatastrophe in Tschernobyl

Katastrophen und Mythen

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Mit einer Mahnwache machte der Bund Naturschutz auf die Atomkatastrophe in Tschernobyl aufmerksam.

Dachau - Mahnwache zur Atomkatastrophe in Tschernobyl vor 31 Jahren.

„Deckel drauf, Problem gelöst?“ Der Bund Naturschutz Kreisverband Dachau sagt „Nein!“. Dies machte er bei der Mahnwache am Mittwochabend zur Jährung der Tschernobyl-Katastrophe vom 26. April 1986 deutlich. Mit „Atomkraft? Nein danke!“-Fahnen und dem Bund Naturschutz-Banner standen sie zu zehnt an der Münchner Straße am Unteren Markt – bei Regen und unangenehmen Temperaturen. Hauptthema der Ansprache von ödp-Kreisvorsitzenden Adrian Heim war die neue Hülle über der Reaktorruine in Tschernobyl, die im November letzten Jahres fertig gestellt wurde. „Diese Hülle, oft Sarkophag genannt, wird die Katastrophe, die schon seit 31 Jahren andauert, nicht langfristig bewältigen“, sagte Heim. Er bezweifle, dass das, was sich die Ingenieure darunter vorgestellt haben, so funktionieren werde. Die Mahnwache nahm Heim nicht nur zum Anlass, an die Katastrophe zu erinnern, sondern auch um über Atomenergie aufzuklären. Er betonte: „Es gibt bis heute kein sicheres Endlager für Atommüll.“ Dabei wies er darauf hin, dass beispielsweise die Felsdecke in Morsleben, einem alten Salzbergwerk, als instabil gelte. Zudem sickern in vielen Endlagern Grundwasser ein oder Fässer laufen aus. Heim nannte dies „unverantwortlich“ und ging schließlich noch auf die Kosten und den Mythos ein, Atom-Strom sei billig. Die Endlagerung koste sehr viel Geld, werde aber im Strompreis nicht berücksichtigt. Die Kosten tragen aktuell alle Steuerzahler. Zuletzt verwies er auf eine Studie im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energie. Sollte in Deutschland in einer der Atomkraftwerke der „Supergau“ passieren, so „würden die Bürger voll auf den Kosten ihrer Schäden sitzen bleiben.“ Denn eine Haftpflichtversicherung gäbe es hier keine und könne es aufgrund der enormen Kosten im Schadensfall gar nicht geben. Heims dringlicher Appell: „Die Atomkraftwerke müssen nicht irgendwann, sondern sofort abgeschaltet werden.“ Am Ende der halbstündigen Mahnwache konnte zumindest Beate Heller vom Bund Naturschutz wieder scherzen. Sie verwies schon auf die nächste Mahnwache im nächsten Frühling zu Tschernobyl oder Fukushima mit hoffentlich „strahlendem Wetter“.


mik

Quelle: Dachauer Rundschau

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