IHK-Regionalausschuss

Gefährliche Diesel-Abgase

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Sabine Lehmann, Leiterin des Verkehrsreferats der Industrie- und Handelskammer (IHK), präsentierte Dachauer Unternehmen die aktuelle Verkehrssituation in der Münchner Innenstadt.

Dachau - Die letzte Sitzung des IHK-Regionalausschusses Dachau beschäftigte sich mit der Einführung der blauen Plakette. Sie könnte viele Dachauer Pendler und Unternehmer betreffen.

Ist die Einführung der blauen Plakette, also einer Verbotsmaßnahme für Dieselfahrzeuge in München, unvermeidbar? Für viele Dachauer und lokale Unternehmen könnte es verheerende Folgen haben. Tausende Pendler könnten dann mit ihrem Auto nicht mehr in die Innenstadt fahren. Transportunternehmen könnten keine Güter liefern, Händler keine Ware bekommen, der Rettungsdienst würde Patienten in der Innenstadt nicht erreichen, Bus- und Taxifahrten müssten am Mittleren Ring enden. Denn der Fuhrpark der meisten Unternehmen besteht größtenteils aus Dieselfahrzeugen. Und die sind der Hauptverursacher von Stickstoffdioxidbelastung. Laut Sabine Lehmann, Leiterin des Verkehrsreferats der Industrie- und Handelskammer (IHK), ist die Luftreinhaltung in Münchner Innenstadt ein großes Problem. Die Feinstaub- sowie die Stickstoffdioxidwerte (NO2) überstiegen wesentlich die zulässige Norm. Insbesondere an den großen Kreuzungen, wie Stachus und Landshuter Allee, sei die Situation dramatisch. Deswegen muss die Stadt bis Ende Juni ein Straßenverzeichnis erstellen, wo die NO2-Grenzwerte überschritten werden und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Als mögliche Lösungen nannte Lehmann den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) und der Radwege sowie der verstärkte Umstieg auf E-Mobilität, was allerdings eine länger dauerhafte Maßnahme darstelle. Es muss aber eine rasche Verbesserung her. Dachauer Unternehmen sprachen sich beim IHK-Regionalausschuss für einen Maßnahmenmix. Die schnelle Einführung der blauen Plakette sahen sie als „Gefährdung der wirtschaftlichen Leistungs- und Funktionsfähigkeit Münchens“. Die Sperrung der Innenstadt für die Fahrzeuge, die nicht der Euro-6-Norm entsprechen, seien nur mit angemessenen Übergangsfristen akzeptabel. Die Fristen sollten sich an dem Abschreibungszeitraum der Autos orientieren. Außerdem forderten die Dachauer Ausnahmeregelungen für Spezial- und Sonderfahrzeuge. „Sonst können wir die Wiesen gleich absagen“, drohte Peter Fink, Vorsitzender des Regionalausschusses. Die Oktoberfestzelte werden nämlich im Landkreis Dachau gelagert. Und die Teller werden im Bergkirchner Industriegebiet gewaschen. „Die kann man sicherlich nicht mit der S-Bahn zur Festwiese transportieren“, scherzte Fink.

yug

Quelle: Dachauer Rundschau

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