Katholischer Burschen- und Mädchenverein Hebertshausen

Brandbrief mit Wirkung

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Ministerpräsident Markus Söder (CSU) (links) und Richard Reischl (41), Erster Bürgermeister der Gemeinde Hebertshausen (rechts) hatten Redebedarf.

Hebertshausen - Ministerpräsident zu Besuch beim Burschen- und Mädchenverein

Bürgermeister Richard Reischl (CSU), stach das Bierfass an und Vereinsvorstand Philipp Winkler hielt die Begrüßungsrede. Mit einem politischen Abend im Festzelt begann am vergangenen Donnerstag die viertägige Feier zur Gründung des Katholischen Burschen- und Mädchenvereins (KBMV) vor 115 Jahren. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gab sich als Festredner die Ehre. Neben 1800 Bierzelt-Besuchern ein auffallend großer Medienrummel vor Ort, zumal Söder erst im Mai im Indersdorfer Festzelt gesprochen hatte. So gab es zwar auch nichts Neues für ihn anzusprechen - auch die Witze waren gleich - doch das große öffentliche Interesse hatte andere Ursachen. Bürgermeister Richard Reischl hatte in einem auf Facebook veröffentlichten Brandbrief in der Woche zuvor gemahnt, dass der CSU das „C“ im Namen langsam abhanden komme: „Ich bin seit 16 Jahren CSU Mitglied. Ich habe mich wohlgefühlt...Doch noch nie wie in der jetzigen Zeit hatte ich so ein Problem damit CSU`ler zu sein. Mir passt vieles nicht mehr...Dass manche mit Sprache und Ihrer Rhetorik jetzt versuchen mit dem Thema Sicherheit punkten zu können, soll nur ablenken von der Unfähigkeit mittlerweile Probleme zu erkennen und Sie zu lösen. Da oben sitzen viel zu viel, die da einfach nicht hingehören“, schreibt Reischl und hat wohl damit Ministerpräsident Markus Söder gemeint. Dieser musste in den vergangenen Wochen wegen des Begriffs „Asyltourismus“ viel Kritik einstecken. Auf der mit Spannung erwarten Rede am Donnerstag schlug Söder sanftere Töne an, besonders in Bezug auf Asylpolitik. Und zum Ehrentisch gewandt lobte er: Hier wird bürgernahe Politik gemacht.“ Im Vorfeld der Kundgebung hatte Reischl, nach seinen eigenen Worten, mit Söder telefoniert und ihn seine Gründe für den Brandbrief erklärt. Die Reaktion auf Reischels Brief war fast durchwegs positiv. Nicht nur bei Facebook erntete er Anerkennung für seine offenen Worte, mit denen er offensichtlich vielen aus der Seele gesprochen hatte. Als Reaktion auf den Besuch des Bayerischen Ministerpräsidenten in Hebertshausen ruft Martin Güll in einer Kampagne die CSU zur Vernunft. Söder, Seehofer, Dobrindt und Kollegen sollten sich um Zusammenhalt bemühen, anstatt – wie in den letzten Wochen - in die rechte Flanke abzudriften. Da helfe es auch nichts, nun unter dem Druck der schlechten Umfragewerte Sonntagsreden zu halten.

agi

Quelle: Dachauer Rundschau

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