Dachau/ Helios Amper Kliniken

Socken als Zeichen der Solidarität

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Veranstaltung im Ludwig-Thoma -Haus
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Sockenaktion
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Mit der Socken-Aktion der Bürgerinitiative für bessere Pflege in den Helios Amper-Kliniken Dachau und Markt Indersdorf unterstützen Dachauer Bürger das Personal in den Krankenhäusern.

Dachau - Bürgerinitiative für bessere Pflege kritisiert bei einer Versammlung im Ludwig-Thoma-Haus das Verhalten der Geschäftsleitung. Geschäftsleitung kündigte Tarifwechsel an.

Unnachgiebig gegenüber den Forderungen des streikenden Pflegepersonals reagierte die Geschäftsführung der Helios Amper- Kliniken. „Ihr könnt streiken, bis euch die Füße abfrieren“, war die Antwort auf die Drohung der Pflegekräfte in den Ausstand zu treten. 50 Mitglieder der neu gegründeten Bürgeriniative beschlossen bei ihrem Treffen am 13. Dezember im Ludwig-Thoma-Haus, auf das Verhalten der Geschäftsleitung eine Gegenaktion zu starten. Als Zeichen der Solidarität und als Signal an die Konzernführung forderten sie die Dachauer Bevölkerung auf, den Beschäftigten warme Socken zu schenken. Mit dieser Aktion soll auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals am 19. Dezember vor dem Klinikum aufmerksam gemacht werden. Pfleger wiesen immer wieder darauf hin, dass der Personalnotstand gravierend sei. 300 Überstunden wären keine Seltenheit. Über die Hälfte der examinierten Pflegekräfte hätten bereits gekündigt. Auszubildende müssten wie vollausgebildete Pflegekräfte mitarbeiten. Die Betreuung der Patienten bliebe deshalb immer wieder an den ausgebildeten Pflegekräften hängen, die sowieso überlastet seien, weil sie sehr viele Patienten auf einmal betreuen müssten. Diese Situation sei für vor allem für Bettlägerige schlecht, die sich nicht selbst helfen können. „Wenn ich im Krankenhaus liege möchte ich gut versorgt werden“ sagte Oberbürgermeister Florian Hartmann, der die Aktion unterstützen will, genau wie SPD Stadträtin Anke Drechsler. Nachdem auf Veranlassung der Helios Amper-Kliniken ein geplanter dreitägiger Streik der Pfleger und Krankenschwestern am 4., 5. und 6. Dezember per einstweiliger Verfügung gerichtlich untersagt wurde, hat der Helios Konzern der Gewerkschaft Verdi und dem streikbereiten Personal ein Angebot gemacht, über das die Parteien aber Stillschweigen vereinbart hatten. Das gerichtliche Streikverbot begriffen viele bei der Veranstaltung als einen Angriff auf die gesetzliche Tarifautonomie. Alle Beteiligten stimmten für weitere Aktionen der Bürgerinitiative. Marcus Sommer, Vorstand der Amper- Kliniken verkündete am Montag, 18. Dezember, dass die Kliniken sich einen Tarifwechsel vom Haustarifvertrag zum Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD) vorstellen können. Die Klinikleitung werde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern (KAV) erörtern, ob, zu welchem Zeitpunkt und zu welchen Rahmenbedingungen eine Mitgliedschaft möglich sei, stellte Sommer klar. Zusammen mit der Gewerkschaft werde für den Tarifwechsel ein gemeinsamer Fahrplan abgesprochen, teilte Sommer mit. Das Ergebnis der Verhandlungsrunden wird bei einer Betriebsversammlung am Mittwoch, 20. Dezember, diskutiert.

roc

Quelle: Dachauer Rundschau

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