Landkreis/Diskussion um fünftes Gymnasium

Kaum Chancen für ein Gymnasium am Landkreisrand

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Landrat Stefan Löwl (links) und sein Stellvertreter, der Pfaffenhofener Bürgermeister Helmut Zech (rechts), mit Zimmerern beim Richtfest des Odelzhauser Schulzentrums – in spätestens fünf Jahren müsste das Richtfest für ein fünftes Gymnasium über die Bühne gehen, wenn es bis 2025 den Betrieb aufnehmen soll

Dachau - Landrat Löwl erteilt Plänen in Odelzhausen und Petershausen vor der entscheidenden Kreistagssitzung eine Absage.

Die Standort-Entscheidung des fünften Landkreis-Gymnasiums fällt wohl am kommenden Freitag im Kreistag. Landrat Stefan Löwl (CSU) hat bereits mehrfach erklärt, dass Landkreisrandgemeinden wie Odelzhausen oder Petershausen keine Chance auf den Zuschlag haben. In diesem Sinne äußerte sich Löwl in der vergangenen Woche auf der großen Hebauf-Feier für die beiden Bauabschnitte des neuen Odelzhauser Schulzentrums. Löwl forderte die Eltern, Lehrer sowie die Kommunalpolitiker auf, den „Zahlen der Experten zu vertrauen“. Der Landrat stieß mit diesem Ansinnen indes auf wenig Gegenliebe, denn genau an diesen Zahlen – Bevölkerungs- und Schülerzahlprognosen – hatten die Bürgermeister Markus Trinkl (Odelzhausen) und Marcel Fath (Petershausen) kürzlich erhebliche Zweifel geäußert (wir berichteten). Ein Statistiker hatte in einer Studie vorausgesagt, dass beide Kommunen nicht das Potenzial hätten, ein dreizügiges Gymnasium zu füllen (wir berichteten), und dabei staatliche Bevölkerungsprognosen zitiert, die deutlich unter denen des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München liegen. Der Landrat erläuterte anderntags in einem Pressegespräch seine Odelzhauser Stellungnahme. Dabei ging es zum einen um die strittigen Prognosen, zum anderen aber auch um deren Bedeutung für die drei bisherigen Gymnasien in Dachau und Markt Indersdorf. Löwls wichtigste Botschaft lautete: Die jetzigen Landkreis-Gymnasien stehen kurz vor dem Kollaps. Die Schülerzahlen werden dank des wieder eingeführten G9 so stark steigen, dass keines der drei Lehrinstitute diesen Zuwachs durch Baumaßnahmen auffangen kann. Der Landrat erläuterte: „Im Jahr 2025 haben wir 19 bis 20 Klassen mehr an unseren Gymnasien.“ Also rund 480 bis 500 Schüler, bei einer Klassenstärke von 25. Deswegen sei Eile geboten, sagte Löwl. Langwierige Verhandlungen mit Nachbarlandkreisen seien nicht möglich. Odelzhausen hatte mit seinem „Hinterland“ in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Aichach-Friedberg und Petershausen mit der Nähe zu den Landkreisen Pfaffenhofen und Freising argumentiert. Löwls argumentierte weiter: Ein Gymnasium am Landkreisrand schafft nicht genügend Entlastung für die Schulen in Dachau und Indersdorf. Gegen Odelzhausen spräche zudem, dass es „schulpolitisch nicht gewollt sei“, betonte Löwl, alle Schlutypen an einem Standort zu vereinen. Am kommenden Freitag wird der die Kreisrat daher aller Voraussicht nach zwischen den Dachau-nahen Standorten Röhrmoos, Hebertshausen und Bergkirchen wählen. Eines der Kriterien – neben voraussichtlichen Schülerzahlen und Entlastungseffekten – wird eine kurzfristige Verfügbarkeit von Baugrund sein. „Wenn wir bis 2025 ein fünftes Gymnasium in Betrieb nehmen wollen, müssen wir schnell sein“, mahnte Löwl.

kho

Quelle: Dachauer Rundschau

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