Landkreis/ Landschaftspflege

Bestand der Rutte gefährdet

+
LFV/M.v.Lonski

Landkreis - Die Gebietsbetreuung des Ampertals bei den Landschaftspflegeverbänden Dachau und Fürstenfeldbruck stellt jeden Monat einen „Ureinwohner“ vor, den Ampertaler.

Die Rutte ist der Ampertaler des Monats Dezember. Obwohl zu Weihnachten der Karpfen unter unseren bayrischen Fischarten die größte Popularität genießt, haben die Gewässer unserer Heimat auch noch andere, wesentlich geheimnisvollere Bewohner zu bieten. Einer davon ist die Quappe, die man in Bayern auch Rutte nennt. Sie lebt als einzige Vertreterin der Dorsch-Fische im Süßwasser. Erkennbar ist die Verwandtschaft zum Kabeljau und Dorsch an der Bartel am Unterkiefer. Ungewöhnlich ist auch ihre Aktivität im Winter: wo andere Arten bei tiefen Wassertemperaturen zunehmend träge werden und in den Energiesparmodus schalten, wird die Quappe erst so richtig munter. Dafür stellt sie im Sommer phasenweise komplett die Nahrungsaufnahme ein. Ist sie aktiv, zieht es sie erst in der Dämmerung oder nachts aus ihrem Versteck unter Wurzeln, Steinen oder ähnlichen Strukturen, um in Bodennähe nach Insektenlarven, Weichtieren, Würmern und Ähnlichem zu suchen. Mit zunehmender Größe stehen auch Fische auf ihrem Speiseplan, und dabei kann sie zu stattlichen Exemplaren heranwachsen: Längen über 100 Zentimetern mit einem Gewicht bis zu acht Kilogramm sind für Mitteleuropa nachgewiesen. In der Amper messen die meisten Fische jedoch zwischen 30 und 60 Zentimeter, selten gibt es aber Exemplare mit über 70 Zentimetern Länge. Im Winter beginnt die Rutte zu laichen. Dabei werden die Eier über hartem, sauberem Grund abgelegt, zum Beispiel auf Kiesbänken unter Wasser. Um diese zu erreichen, werden oft Wanderungen unternommen. Das macht es der Rutte aber auch schwer: Kiesbänke sind durch Ablagerung von aus angrenzenden Landwirtschaftsflächen oftmals untauglich. Vielerorts fehlen sie auch vollständig, eine Folge der Verbauung unserer Flüsse. Infolgedessen steht die Rutte auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Die Bestände können nur durch Maßnahmen der Fischereivereine erhalten werden. Ein geringer Bestand an Rutten zeigt tiefgreifende Probleme unserer Fließgewässer an. Was die saisonal erhöhte Wassertemperatur betrifft, spielt auch der Klimawandel eine Rolle. (Quelle: LFV/M.v.Lonski)

red

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Hotline bei psychischen Krisen
Hotline bei psychischen Krisen
Der Landkreis Dachau bittet zu Tisch
Der Landkreis Dachau bittet zu Tisch
Ansturm auf den Geburtstags-Triathlon
Ansturm auf den Geburtstags-Triathlon

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.