Dachau/Informationsveranstaltung

Dicke Luft, ein Teufelskreis

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Volles Haus beim Informations- und Diskussionsabend über die Schadstoffbelastung in Dachau-Ost.

Dachau - Bei einer Informationsveranstaltung sorgten sich der Bund Naturschutz, weitere Organisationen und viele Bürger um die Flächenversiegelung.

Wachsende Verkehrsbelastung, Verdichtung, Lärm und Abgase, Zerstörung der Natur und Verlust von Lebensqualität lockte etwa 100 Bürger in die Informationsveranstaltung „Dicke Luft in Dachau-Ost“ im Pfarrheim Heilig Kreuz. Geladen hatten dazu der Bund Naturschutz Dachau, der Landesbund für Vogelschutz, der Sachausschuss für Ökologie und Globale Verantwortung der Erzdiözese, die Bürgerinitiative „Grünzug Dachau und Karlsfeld“ und weitere Organisationen. Der Abend begann mit einem Kurzfilm von Dieter Hentzschel, der die Thematik des Abends in Ton und Bild in Szene setzte. Der Direktor der Zoologischen Staatssammlung, Professor Gerhard Haszprunar, führte in seinem Vortrag zwei Vergleiche für Flächenversiegelung an. Ein begrünter Parkplatz mit Lochsteinen statt kompletter Teerdecke sei danach viermal ökologischer als ein Maisacker in der freien Flur. Und es sei über 200 bis 800 mal billiger, Naturflächen zu bewahren, als sie nach einer Zerstörung erst mühsam wieder herzustellen. Stadtrat Bernhard Sturm verdeutlichte, wie sich der starke Verkehr bei der Schadstoffbelastung mit Stickoxiden in Dachau niederschlägt. Flächendeckend sei die Belastung sehr hoch. Teilweise wird sogar der zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung gesetzte absolut geltende EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten. Ergänzend zeigte Gerhard Schlabschi von der Interessenvertretung der Anwohner Anton-Josef-Schuster-Straße auf, wie stark der Verkehr auf der Schleißheimer Straße durch die verschiedenen neuen Gewerbegebiete der südlichen Siemensstraße und dem alten Seeber-Gelände anwachsen werde. Eine Lanze für intensive Nutzung bereits vorhandener Gewerbeflächen brach Stadtrat Thomas Kreß. Für ihn sei es noch nicht ausgemacht, dass östlich des Schwarzen Grabens tatsächlich eine Erweiterung von Gewerbeflächen komme. „Als ein Fass ohne Boden“ bezeichneten Bürger die Stadtpolitik, immer mehr Gewerbegebiete auszuweisen, um durch Steuereinnahmen die Infrastruktur für den steigenden Zuzug zu finanzieren. Oberbürgermeister Florian Hartmann musste zugeben, dass auch ein Gewerbegebiet keine Garantie für Steuereinnahmen biete. Er räumte ein, dass es nicht im voraus bekannt sei, ob und wie viel ein Unternehmen an Steuern an die Rathauskasse überweisen werde.

red

Quelle: Dachauer Rundschau

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