Asylbewerberunterkunft

Musterunterkunft für Flüchtlinge

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Beim Tag der offenen Tür (von links): Isabell Sittner Koordienierungsstelle Asyl im Landratsamt, Martina Tschirge, Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement, Landrat Stefan Löwl, Norbert Klose, Sicherheitsbauftragte für Asylunterkünfte.

Karlsfeld - 186 Personen finden hier ein Zuhause auf Zeit

Die Familie Chulawiemeka aus Nigeria hat in der neu gebauten Asylbewerberunterkunft in der Hochstraße 98 in Karlsfeld ihr neues gemeinsames Zuhause gefunden. Seit zwei Jahren waren sie getrennt: Erst kam der Familienvater Echezona nach Karlsfeld und bekam in der neuen Musterunterkunft in der Parzivalstraße einen Platz. Seine Frau und die Tochter zogen vor sieben Monaten nach, wurden jedoch in Markt Indersdorf untergebracht. Nun freuen sie sich über ihre Wohnung: „Wir sind endlich zusammen. Es ist sehr schön hier. Wir sind glücklich“. In den kommenden Wochen ziehen Flüchtlinge und Asylsuchende aus dem Landkreis hier ein. Vor allem die, die in Traglufthallen untergebracht wurden. Die Unterkunft bietet insgesamt 186 Plätze in 31 Wohnungen für je sechs Personen an. Die Wohneinheiten mit drei Zimmern sind zweckmäßig eingerichtet: Betten und Schränke, Tische und Stühle, gemeinsame Küche und ein Badezimmer stehen den Bewohnern zur Verfügung. Außerdem ist das Büro des Kümmerers auch gleich vor Ort und es gibt einen gemeinschaftlichen Raum, wo die Kinder zum Beispiel ihre Hausaufgaben machen, die Erwachsenen Deutsch lernen oder einfach zusammen ihre Freizeit verbringen können. „Am Spitz“, so heißt die Anlage, sei „eine menschenwürdige Lösung“ für Asylsuchende, sagte Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe. „Nachdem in der Traglufthalle beinahe jeden Tag Polizeieinsätze nötig waren, hoffen wir hier auf ein friedliches Zusammenleben, da den Bewohnern ihre Privatsphäre gewährt bleibt“. Von einem Vorzeigeobjekt sprach Landrat Stefan Löwl und betonte, dass in Karlsfeld bereits eine zweite „Mustersiedlung für Asylsuchende“ geschaffen wurde. Es sei eine große Belastung für die Gemeinde, aber wenn nicht Karlsfeld, wer stemme es sonst? Binnen sieben Monate entstanden nahe des Karlsfelder Sees vier zweistöckige Gebäude in Holzbauweise. Im Auftrag des Freistaates Bayern übernahm die Dachauer Wohnungsbaugesellschaft die Errichtung. Die Firmen, die am Bau eingesetzt wurden, stammen alle aus dem Landkreis Dachau. Somit sei es für alle Beteiligte eine profitable Situation, bemerkte Löwl, zudem koste diese Unterkunft am Tag nicht mal die Hälfte davon, was ein Platz in der Traglufthalle gekostet hatte.

yug

Quelle: Dachauer Rundschau

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