Dachau/ Landtagswahl

„Keine Zusammenarbeit mit den Grünen möglich"

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CSU-Anhänger beim Verfolgen der Hochrechnungen im Landratsamt Dachau.
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Landtagsabgeordnete: Bernhard Seidenath (links) CSU, Martin Güll SPD, der es diesmal nicht geschafft hat.
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Neben den Freien Wählern die Grünen Wahlgewinner des Abends: 18 Prozent der Zweitstimmen holten sie im Landkreis Dachau.
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Thmas Kreß (Die Grünen) freut sich über seinen Einzig in den bayerischen Landtag.
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Vertreter der Freien Wähler: Stadtrat und Brauchtumsreferent Robert Gasteiger

Dachau - Grüne, Freie Wähler und AfD machen bei der Landtagswahl satte Gewinne, während die beiden Volksparteien CSU und SPD verlieren.

Der Verlust der absoluten Mehrheit war an den Gesichtern der CSU-Mitglieder abzulesen, die am Sonntagabend im Landratsamt die Hochrechnungen am Bildschirm verfolgten. Rund 16 Prozent hat die CSU im Vergleich zur letzten Wahl 2013 verloren. Sie bleibt zwar stärkste Kraft im Landtag, nur ist sie auf einen Koalitionspartner angewiesen. Befragt nach dem möglichen Partner sagte der Stimmkreiskandidat der CSU für Dachau, Bernhard Seidenath, dass er sich nur eine Zusammenarbeit mit den Freien Wählern vorstellen könne. Gerade in Fragen der inneren Sicherheit, wie dem neuen Polizeiaufgabengesetz (PAG) sei mit den Grünen keine Zusammenarbeit möglich. Das Wahldesaster der SPD findet Seidenath „schlimm für die Demokratie". Die CSU werde dadurch zur letzten Volkspartei und die Regierungspolitik damit schwieriger. Auch eine Zusammenarbeit mit den Freien Wählern sei nicht einfach, betonte Seidenath, denn deren populistische Forderungen könnten die Regierungsdisziplin und damit die Stabilität der Regierung beeinträchtigen. Seidenath selbst muss sich keine Sorgen um den Einzug in den Landtag machen, er bekam 34,2 Prozent der Erststimmen.Angesichts der Stimmenverluste der CSU macht sich Zweitstimmenkandidat August Hass (CSU) wenig Hoffnung auf einen Einzug in den Landtag. „Ich verstehe meine Kandidatur als ein Geschenk an die Demokratie. Obwohl mein Einzug in den Landtag von vorne herein ungewiss war, habe ich mich gerne engagiert. Verlust und Gewinn gehören beides zur Demokratie, das sehe ich ganz gelassen“, meinte Haas. Befragt zum Stimmenverlust der CSU meinte Stadtrat und Brauchtumsreferent Robert Gasteiger (Dachauer Kreis- und Stadtrat für die Freien Wähler), dass die Politik der CSU zu wenig die Sorgen der kleinen Leuten im Blick gehabt habe und die CSU dafür die Quittung bekommen hätte. Ob Dieselauto, Pflegekosten oder Straßenausbaugebühren, die Bürger werden immer mehr zur Kasse gebeten und das erzeuge großen Unmut, meinte Gasteiger. Der Wahlverlierer des Abends war Landtagsabgordneter Martin Güll (SPD). Der erdrutschartige Verlust der ehemaligen Volkspartei SPD machte Güll am Wahlabend fassungslos. „Der Stimmenverlust der SPD beendet meine politische Karriere, ich werde nicht mehr in den Landtag einziehen“, kommentierte er resigniert das Wahlergebnis der SPD von 9.5 Prozent. Er gab zu, dass der SPD-Wahlkampf thematisch Schwächen gehabt habe, aber eine derartige Niederlage könne er sich nicht erklären. Thomas Kreß, Stimmkreiskandidat der Grünen, hingegen holt rund 16 Prozent der Zweitstimmen und kann sich gute Chancen ausrechnen in den Landtag zu kommen. Das Bekenntnis der Grünen zum Umweltschutz, zu Europa und zur Integration habe der Wähler belohnt, sagte Kreß. Eine Rolle für das gute Abschneiden der Grünen, speziell in München, habe sicherlich auch die Ablehnung der dritten Startbahn für den Flughafen gespielt, hob Kreß hervor. Seiner Ansicht nach sei der Erfolg der Grünen bereits beim Auftritt der grünen Spitzenkandidaten und des Bundesvorsitzenden Robert Habeck in Dachau spürbar gewesen. Bei den ersten Hochrechnungen war für eine Stellungsnahme kein AfD-Kandidat vor Ort.

kog

Quelle: Dachauer Rundschau

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