Der Bayerische Bauernverband

Landwirte bangen um Existenz

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Bundestagskandidaten auf dem Podium des Bauernverbandes: Lilian Edenhofer (Freie Wähler), Michael Schrodi (SPD), Katrin Staffler (CSU) und Beate Walter-Rosenheimer (Bündnis/Die Grünen)

Bergkirchen  - An der Podiumsdiskussion des Bayerischen Bauernverbandes mit den Bundestagskandidaten beteiligten sich rund 100 Bauern.

„Flächenfraß“ stoppen, regionale Vermarktung stärken, den Bauern anständige Preise zahlen, Verhaltensmuster der Verbraucher verändern - Lösungsansätze zu diesen Problemen boten vier Bundestagskandidaten bei der Podiumsdiskussion des Bauernverbandes in Bergkirchen. Dass der Flächenverbrauch zu hoch ist, darin waren sich die vier Politiker einig: Lilian Edenhofer (Freie Wähler), Michael Schrodi (SPD), Katrin Staffler (CSU) und Beate Walter-Rosenheimer (Bündnis 90/Die Grünen) Gerade im Ballungsraum München werde aber kontinuierlich mehr Wohnraum benötigt. Beate Walter-Rosenheimer wollte die Flächenumwandlung von Ackerboden in Verkehrs- und Siedlungsflächen gesetzlich begrenzen. Michael Schrodi forderte eine Verdichtung des Wohnungsbaus auf den vorhandenen Grundstücken. Katrin Staffler machte sich für Ausgleichsflächenmaßnahmen stark. Lilian Edenhofer warnte davor, dass der Boden immer häufiger zum „Spekulationsobjekt“ werde. Während die Kandidaten erörterten, wie Investitionen und Rentabilität des bäuerlichen Betriebs gestärkt werden könnten, konfrontierte der Karlsfelder Landwirt Wolfgang Offenbeck die Politiker mit einer einfachen Rechnung: Statistisch betrug im letzten Jahr das Betriebseinkommen eines Bauernhofs mit durchschnittlich 1,5 Arbeitskräften und 2300 Arbeitsstunden pro Jahr gerade mal 37.000 Euro. Etwa 45 Prozent davon seien direkte Geldzahlungen des Staates an die Bauern, „die eigentlich keiner will, aber jeder braucht“, bemerkte Offenbeck. Denn von den 37.000 Euro müssen noch Löhne, Altersvorsorge und Investitionen abgezogen werden. Das rechne sich nicht mehr und viele Landwirte gäben auf. „Wie will die Politik das verhindern?“ , wollte ein Landwirt wissen. Es gebe mit der CSU keine Erhöhung der Vermögens- und Erbschaftssteuer, versprach Staffler. Außerdem sollte den Bauern die Möglichkeit gegeben werden, in guten Wirtschaftsjahren Rücklagen zu bilden. Schrodi wollte mit gezielter Förderung besonders kleinere Betriebe unterstützen sowie durch Zuschüsse eine ordentliche Absicherung für`s Alter gewähren. Emmy Westermeier, Kreisbäuerin aus Weichs, brachte die Diskussion auf den Punkt: „ Wir alle hier wollen von dem, was wir erzeugen, leben und nicht von Zuschüssen und Subventionen“. Alle Politiker stimmten ihr zu. Von der Stärkung der Akzeptanz der Landwirtschaft bis zur Erhöhung der Preise und „Umerziehung des Verbrauchers“ reichten die Vorschläge der Kandidaten. Kurzfristige Lösungen hatten sie jedoch nicht.


yug

Quelle: Dachauer Rundschau

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