Politischer Dienstag/Dachau

„Kein Land gehört einer Partei“

+
Ein bis zum letzten Platz gefülltes Festzelt - Katharina Schulze, Mitglied des Landtags und der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, waren sichtlich zufrieden.

Dachau - „Bayern ist keine Idylle“- Vor 2000 Dachauern leitete der Bundesvorsitzende der Grünen die heiße Phase des Landtagswahlkampfes ein.

Weißblaue Dekoration, Musik von der Band Cubavaria (ehemals Die CubaBoarischen) und ein volles Festzelt - am politischen Dienstag nach dem Volksfest, war grüne Prominenz zu Gast: Robert Habeck, stellvertretender Ministerpräsident Schleswig Holsteins, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung sowie Bundesvorsitzender der Grünen. Neben Habeck als Hauptredner und der bayerischen Spitzenkandidatin Katharina Schulze stellten sich die lokalen Direktkandidaten Thomas Kreß und Anton Speierl für den Landtag und Bezirkstag vor. Es moderierte Johannes JoJo Becher, bekannt vom Grünen Kabarett in Freising. Er bezeichnete den politischen Dienstag „als größte Veranstaltung der Geschichte des Dachauer Grünen-Ortsverbandes“. Dass die Grünen auf so viel Resonanz im Zelt stießen, war nicht vorauszusehen. Landrat Stefan Löwl ließ es sich nicht nehmen, Habeck herzlich zu begrüßen, zur Freude der grünen Kreisrätin Marese Hofmann, die meinte, in früheren Zeiten wäre so eine freundliche Begegnung nicht denkbar gewesen. Habecks Vorrednerin, die bayerische Spitzenkandidatin Katharina Schulze, seit 2011 die Sprecherin von München gegen die dritte Startbahn, heizte mit Sprüchen gegen die CSU-Politik die Stimmung an, wenn sie rief: „Wir sorgen dafür, dass die dritte Startbahn nicht gebaut wird. Zur Not gewinnen wir noch einen Bürgerentscheid“, versprach sie den Zuhörern. Und sie verkündete: „In 54 Tagen endet die absolute Mehrheit der CSU.“ Auch der Grünen-Chef verausgabte sich bei seiner Rede im Dachauer Bierzelt, denn der Termin der Landtagswahl rückt näher. Dennoch argumentierte er der Schriftsteller und Philosoph weniger populistisch, sondern rückte grünes Gedankengut in den Mittelpunkt, wenn er für eine ökologische Landwirtschaft, die Energiewende und Integration eintrat. Die soziale und ökologische Frage muss gelöst werden“, appelliert er an die Zuhörer, deren Applaus ihm an dem Abend Recht gab. Für den Grünen Habeck stellt sich Bayern nicht länger als Idylle dar mit intakter Landschaft und kleinen, ökologischen Höfen.Auch in Bayern nehme die industrielle Massentierhaltung und der Flächenfraß überhand. Die Politik des Heimatministers Horst Seehofer beurteilt Habeck als Wahltaktik. Denn die CSU habe so große Angst vor einer Wahlniederlage, dass sie nur noch strategisch handle, und damit die Partei über das Land stelle. Dass sei ihm bei der Vorstellung von Seehofers Masterplan aufgefallen, der weniger als Plan des Ministers vielmehr als Strategiepapier der CSU verhandelt wurde. „Wenn sich eine Partei einen Staat zur Beute macht, dann haben wir keine souveräne Demokratie mehr,“ rief er. Nach seiner Ansicht sei es für eine Demokratie normal, wenn Wahlen verloren gingen. Kein Land gehöre einer Partei. Hier gab es im Festzelt lang anhaltenden Applaus. Mit ökologischer und liberaler Politik als Grundlage warb er für das Schmieden neuer politischer Bündnisse. Die Landtagswahl sei für ihn eine Richtungsentscheidung für Mut und Bürger-Engagement gegen die Angstmacherei der CSU.

kog

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Eine bezahlbare Wohnung finden
Eine bezahlbare Wohnung finden
Monat für Monat junge Talente
Monat für Monat junge Talente
Für das Kooperationsverbot
Für das Kooperationsverbot
Laterne, Laterne....
Laterne, Laterne....

Kommentare