Bundestagswahl

Verhaltene Freude im Dachauer Landratsamt

+
Eine bedrückte Stimmung herrschte am überparteilichen Wahlabend.

Dachau - Eine bedrückte Stimmung herrschte am überparteilichen Wahlabend im Sitzungssaal des Landratsamtes Dachau, als die ersten Hochrechnungen im Fernsehen bekannt wurden.

Eine bedrückte Stimmung herrschte am überparteilichen Wahlabend im Sitzungssaal des Landratsamtes Dachau, als die ersten Hochrechnungen im Fernsehen bekannt wurden. Zu sehr irritierte der Wahlerfolg der AFD, die mit 13 Prozent in den Bundestag einziehen wird. Hingegen erzielten die beiden Volksparteien CDU/CSU und SPD ihr schlechtestes Ergebnis seit Gründung der Bundesrepublik. Zahlreich versammelte Landes- und Kommunalpolitiker suchten nach den Ursachen des Wahldesasters. „Das Ganze ist keine Überraschung“, stellte Adrian Heim (ÖDP) fest. Nach Meinung des Kreisvorsitzenden Heims ist die AFD salonfähig geworden. Im Straßenwahlkampf bemerkte er, dass sich viele Menschen zur AFD bekannten, was vor vier Jahren undenkbar gewesen sei. Für Landtagsabgeordneten Martin Güll (SPD) war das Wahlergebnis eine Katastrophe. „Rund sechs Millionen Wähler haben gezeigt, dass eine im Kern rechtsradikale Partei in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“, stellte er fest. In den meisten Gemeinden im Landkreis Dachau lieferte sich die AFD mit der SPD ein Kopf an Kopf Rennen, das die SPD oft nur knapp gewann. Die beiden Kandidaten der Volksparteien schafften zum ersten Mal den Sprung in den Bundestag. Katrin Staffler holte für die CSU das Direktmandat und beerbt Gerda Hasselfeldt als Bundestagskandidatin. Im zweiten Anlauf schaffte es SPD-Kandidat Michael Schrodi über ein Ausgleichsmandat in den Bundestag einzuziehen. Schrodi (SPD) forderte, dass die SPD den neoliberalen Ballast der Schröder-Ära abwerfen müsse, um nicht in die Bedeutungslosigkeit zu versinken. Nach Meinung von Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) müsse sich die SPD klarer für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Bernhard Seidenath, Landtagsabgeordnete der CSU, kritisierte, dass die SPD ohne Vorgespräche mit der CDU/CSU in die Opposition gehen wolle, das sei undemokratisch, verantwortungslos und könnte zu Neuwahlen führen. Für die Stimmenverluste der CSU machte er die Haltung der CDU gegen eine Obergrenze bei der Einwanderung verantwortlich. Bei der CDU gebe es keinen Grund zur Freude.

kog

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Herausforderungen gemeinsam meistern
Herausforderungen gemeinsam meistern
Fahrradparkhaus am S-Bahnhof
Fahrradparkhaus am S-Bahnhof
Grundschule wird umgestaltet
Grundschule wird umgestaltet

Kommentare