Verkehr

Konzept gegen Verkehrskollaps

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Gelingt es dem Landkreis, Autofahrer zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen?

Dachau/Landkreis - Die Stärken-Schwächen-Analyse der Verkehrsinfrastruktur im Landkreis ist abgeschlossen. Sie soll Grundlage des Gesamtverkehrskonzepts für den Landkreis Dachau werden.

Es besteht für den Landkreis das Risiko, im Verkehr zu ersticken. Das ist eine der Befürchtungen des Landratsamtes. Mit dem Ziel möglichst viele Berufspendler aus dem Landkreis und den benachbarten Regionen zu einem Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen, entwickelte der Landkreis zusammen mit einer Verkehrsplanungsfirma ein Rahmenkonzept des Nahverkehrs für die Stadt Dachau und den Landkreis. Dieses Konzept, das den zukünftigen Standard der ÖPNV-Grundversorgung in allen 17 Kommunen im Landkreis Dachau festlegen soll, wurde in der letzten Sitzung des Umwelt - und Verkehrsausschusses vorgestellt. Das neue Verkehrsangebot beinhaltet zwei zentrale Punkte: Verkehrszeiten und sogenannte Teilräume. Dabei geht es um eine Unterscheidung zwischen der Grundversorgung im städtischen Bereich und im ländlichen Gebiet. Beispielsweise ist die Stadt Dachau in die Raumkategorie „Oberzentrum“ eingestuft. Dieses besteht nach dem Konzept aus drei Teilen: Kernbereich sowie Bereiche mit hoher und niedriger Nutzungsdichte. Die Gemeinden Bergkirchen und Petershausen sollen in die Kategorie „Verdichtungsraum“ aufgenommen werden. Die Fahrtenhäufigkeit des öffentlichen Nahverkehrs hängt von der Kategorie des Gebietes ab: Im Oberzentrum (Dachau) wurde ein Zehn-Minuten-Takt, in Gebieten mit hoher Nutzungsdichte ein 20-Minuten-Takt und in Gebieten mit niedrigen Nutzungsdichte ein 60-Minuten-Takt vorgeschlagen. Die Entwickler des Konzepts haben Qualitätsstandards bezüglich der Angebotsmenge sowie der Qualität der Ausstattung empfohlen. Das Thema „Ausstattung des Haltbusstelle“ weckte großes Interesse bei den Stadträten. Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) plädierte auf längere Sicht für einen elektronischen Bildschirm, der über Ankunfts- und Abfahrzeiten informiert. Damit sollten die wichtigsten Bus-haltestellen ausgerüstet werden. Momentan lasse es allerdings die technische Ausstattung der Busse nicht zu, diesen Vorschlag umzusetzen. Volker Koch (SPD) hielt das präsentierte Konzept für nicht umfangreich genug. Es berücksichtigte beispielsweise, keine Verlängerung der Betriebszeiten von Bussen. Seiner Meinung nach ist es notwendig, diese in einigen Gebieten auszuweiten. Peter Strauch (CSU) kritisierte den neuen Verkehrsplan. Das Konzept sei nicht vollständig und benötige Ergänzungen. Sachgebietsleiter Albert Herbst betonte, dass das vorgestellte Verkehrskonzept als Grundlage für weitere Arbeiten gelte, deswegen könnte der Eindruck entstehen, dass der Entwicklungsvorschlag oberflächlich sei. Nach der Diskussion stimmten die Stadträte dem Rahmenkozept für das zukünftige ÖPNV-Angebot zu.

dar

Quelle: Dachauer Rundschau

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