Verkehrskonferenz München Nord

Gemeinsam gegen den Verkehrskollaps

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Rund 80 Teilnehmer folgten den Vorträgen bei der dritten Verkehrskonferenz in Karlsfeld.

Karlsfeld - Vor allem die positive Arbeitsplatz- und Bevölkerungsentwicklung stelle die Verkehrsinfrastruktur und somit die Verkehrsentwicklung vor immer größere Herausforderungen. Dieser Trend werde sich zukünftig weiter zuspitzen. Benötigt würden daher Investitionen bei allen Verkehrsträgern. Dies waren die Kernaussagen der dritten Verkehrskonferenz München Nord im Bürgerhaus Karlsfeld.

Rund 80 Teilnehmer folgten der Einladung von Landrat Stefan Löwl.

Einführend stellten Gerhard Rühmkorf aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie Thomas Linder von der Obersten Baubehörde des Bayerischen Staatsministeriums für Inneres, Bau und Verkehr, die Maßnahmen im Zuge der neuen Bundesverkehrswegeplanungen sowie des siebten Staatsstraßenausbauplanes für den Münchener Norden und anschließende Kommunen vor. Wichtige Bausteine sind der Ausbau der A99 auf acht Spuren, der A92 auf sechs Spuren sowie der vierspurige Ausbau der B13 und B471 bei Stärkung der betroffenen Autobahnanschlüsse.

Finanz- und Umweltbelastung wegen Stau

Als stellvertretender Sprecher für zwölf der größten Arbeitgeber, die zusammen knapp 30 Prozent aller Arbeitnehmer im Münchner Norden beschäftigen, stellte Herbert Grebenc, Bereichsleiter Immobilien der BMW Group, die Ergebnisse einer Staukostenberechnung vor. Diese wurde von den Wirtschaftsunternehmen bei der Bundeswehr-Universität beauftragt. Laut dieser Studie lägen rund die Hälfte des Stauvolumens im Großraum München zwischen dem nördlichen Stadtgebiet Münchens und dem Flughafen. Dadurch würden alleine für den Wirtschaftsverkehr Staukosten in Höhe von 100 Millionen Euro bei gleichzeitig hohen Umweltbelastungen durch Stickoxide und Kohlendioxid (155.000 Tonnen pro Jahr) prognostiziert. 

Werksbusse und Airportexpress als Lösungen

Hieran knüpfte Grebenc Forderungen, beispielsweise hinsichtlich einer Schienenanbindung durch Reaktivierung des Nordrings für den Personenverkehr, an. Er brachte zudem Impulse für Möglichkeiten zur Verbesserung des Verkehrsflusses sowie eigene Projekte der Wirtschaftsunternehmen wie firmenübergreifende Werksbusse und einen Airportexpress ein.

Interkommunale Zusammenarbeit

Um nachhaltige Fortschritte bei der Bewältigung zu erzielen, wird ein dauerhafter interkommunaler, intermodaler und integrierter Prozess angestrebt. Um dem drohenden Verkehrskollaps entgegenzuwirken, beschlossen die Landkreise Freising, München und Dachau mit der Landeshauptstadt München bereits Ende 2015, die interkommunale Abstimmung der Vorhaben im Bereich der Verkehrs-, Siedlungs- und Freiraumentwicklung beständig zu machen und stärker zusammenzuarbeiten. Hierzu wird eine Vereinbarung abgeschlossen, um sich auf gemeinsame Planungsziele zu verständigen und Zukunftsszenarien mit Wirkungsanalysen durchzuspielen. Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, unterstützt dieses Projekt durch die Mitarbeit der relevanten Fachstellen sowie in Form einer finanziellen Beteiligung in Höhe von 75.000 Euro.

Gemeinsam an einen Strang

Löwl bedankte sich am Ende der Veranstaltung für die Bereitschaft, gemeinsam an diesem Thema zu arbeiten und bemerkte: „Es wird nur gelingen, Herausforderungen in Punkto Mobilität zu lösen, wenn alle Beteiligten von Staat, Kommunen und der Wirtschaft gemeinsam an einem Strang ziehen und alle Verkehrsträger betrachtet und gestärkt werden.“

Quelle: Dachauer Rundschau

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