Börse in Frankfurt

Schwindendes Vertrauen in Trumps Pläne drückt auf die Kurse

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Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind angesichts eines schwindenden Vertrauens in Donald Trumps politische Durchsetzungsfähigkeit vorsichtig geworden.

Der Dax verlor bis zum Nachmittag 0,95 Prozent auf 11 949,42 Punkte. Damit rutschte das Börsenbarometer wieder unter die viel beachtete 12 000-Punkte-Marke. Auch ein besser als erwartet ausgefallenes Ifo-Geschäftsklima änderte kaum etwas an der trüben Stimmung.

Für den Index der mittelgroßen Unternehmen MDax ging es um 1,13 Prozent auf 23 276,44 Zähler bergab und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,87 Prozent auf 1985,70 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor über ein halbes Prozent.

Nach dem Scheitern der Gesundheitsreform des US-Präsidenten nehme das Unbehagen der Anleger zu, schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Da Trumps Versprechen die Börsenrally der vergangenen Monate ausgelöst hätten, "könnte die Trump-Blase schnell platzen, sollten nicht bald Resultate folgen".

Trumps nächstes Vorhaben dürfte noch schwerer durchzubringen sein, denn bei der Steuerreform müssen noch mehr Interessen unter einen Hut gebracht werden als bei der Gesundheitsreform.

Im Dax sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. Die Aktien des Versorgers RWE gehörten mit minus 2,37 Prozent zu den größten Verlierern. Die anstehende Kapitalmarktveranstaltung dürfte bestätigen, dass der Spielraum für Dividendenzahlungen ohne Berücksichtigung der Ökostrom-Tochter Innogy begrenzt sei, begründete Javier Garrido von der US-Bank JPMorgan die Streichung seiner Kaufempfehlung.

Die Anteilseigner des Softwareherstellers SAP mussten Verluste von 1,63 Prozent verkraften. UBS-Analyst Michael Briest begründete sein gestrichenes Kaufvotum mit einem begrenzten Kurspotenzial. Bei der Lufthansa drückte eine weiter negative Einschätzung der US-Bank Merrill Lynch auf die Stimmung - deren Experte Mark Manduca hält das Preisniveau der größten deutschen Fluggesellschaft strukturell für nicht wettbewerbsfähig. Die Aktien büßten 2,32 Prozent ein.

An der MDax-Spitze verteuerten sich die Aktien von Ströer gegen den negativen Markttrend um 1,87 Prozent. Der Werbevermarkter überraschte die Anleger mit einer überraschend deutlichen Dividendenerhöhung. Auch der Kupferkonzern Aurubis erfreute mit Aussagen zur Gewinnausschüttung. Die Papiere stiegen um 0,95 Prozent, nachdem der Vorstandsvorsitzende Jürgen Schachler in der "Euro am Sonntag" weiter steigende Dividendenzahlungen avisiert hatte.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 141,72 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,16 Prozent auf 160,50 Punkte. Der Kurs des Euro stieg zuletzt deutlich auf 1,0894 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,0805 US-Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 0,9255 Euro.

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